Nachdem in der Vergangenheit oftmals ganze Teile der römischen Kastellmauer „auf Abriss“ verkauft worden sind, geht man in Boppard seit ein paar Jahrzehnten etwas wertschätzender mit diesem alten Gemäuer um – wohlwissentlich, dass man hier einen geschichtsträchtigen und touristischen Schatz beherbergt. Von besonderer Bedeutung für die Statik der Wehrtürme waren integrierte Elemente mit einer besonderen Mauertechnik, die wegen ihres Aussehens lapidar als „Fischgrätmauerung“ (Fachbezeichnung: Opus spicatum, auch „Ährenwerk“) bezeichnet wird. Das am besten erhaltene Element dieser Mauertechnik in Boppard befindet sich innen am nord-östlichen Eckturm des Römerkastells (Turm Nr. 17 am Burgplatz neben der Gaststätte „Zur Römerburg“). Leider beeinträchtigte ein Regenfallrohr über viele Jahrzehnte hinweg das Erscheinungsbild dieses Kleinods. Nun hat der VVV-Boppard die Initiative zur Freistellung dieser Mauerpassage ergriffen. Realisiert wurde das Projekt Ende Februar durch das Dachdeckerunternehmen Henzler. Der VVV-Boppard bedankt sich dort für die sehr moderate Rechnungsstellung, bei Gerda Knorrn-Belitz (Traben-Trarbach) für die unterstützende Spende und beim Bauhof der Stadt Boppard, der aktuell den schmierig-rutschigen Plattenbelag vor der Mauer gründlich gereinigt hat.
