Nachruf auf Friedel Heeb

Steintisch in der RheinanlageWie ein Lauffeuer ging die Nachricht vom Tod von Friedel Heeb durch die Stadt. Jeder kannte ihn und jeder mochte ihn! Friedel war in Boppard eine Institution. Durch seinen respektvollen Umgang mit seinen Mitmenschen, seine feinfühlige Art, seinen stets hintersinnigen Humor war Friedel ein angenehmer, geselliger Gesprächspartner. Ein Kumpel im besten Sinne.
Ein besonderes Anliegen war ihm seine Heimatstadt Boppard. Über den VVV hat er sich seit Jahrzehnten dort ehrenamtlich eingebracht. Ungezählte Stunden widmete er der Verschönerung von Objekten in und um Boppard. Friedel war der erste, der im VVV ein Arbeitsteam ins Leben gerufen hatte. Zusammen mit Freunden kümmerte er sich um Bänke und Wegweiser. Nach diesem Vorbild gibt es heute im VVV mehrere Arbeitsgruppen mit zahlreichen Aufgabenfeldern (Streuobstwiese, Friedhof, Bankpatenschaften, u.a.). Friedel war auch ein hervorragender Handwerker. Er war einer der tragenden Kräfte bei der fünfjährigen Sanierung der Kreuzwegstationen: Gerüstbau, Verputzarbeiten, Estrich- und Maurerarbeiten waren in seinem Aufgabenbereich.
Mit seinem Arbeitsteam widmete sich Friedel später schwerpunkthaft dem Neubau und der Sanierung von Brücken. Die Brücke eingangs des „Bruder-Michels-Tals“ wurde ihm zu Ehren „Friedels Brücke“ benannt. Seine gedeihliche Zusammenarbeit mit dem Bauhof war für den gesamten VVV eine unverzichtbare Hilfe.
Nachdem Heinz Kähne den Vorsitz im VVV übernommen hatte, wurde eine alte Idee wieder aufgegriffen: Ein besonders aktives VVV-Mitglied sollte zum „Mitarbeiter des Jahres“ gekürt werden. Und wer war im Jahr 2006 der Erste, dem diese Ehrung zu Teil wurde? Friedel Heeb.
Im Jahr 2010 wurde Friedel unter großem Applaus der Jahreshauptversammlung schließlich zum Ehrenmitglied des VVV ernannt.
Im Frühjahr 2021 wollte er sich aus dem aktiven Helferteam des VVV „aus Altersgründen“ zurückziehen und feierte mit seinen engsten Freunden im Mühltal seinen Abschied. Aber da kannte man Friedel schlecht, wenn man glaubte, er hätte loslassen können. Noch in diesem Jahr erneuerte er mit seinem Team zwei weitere Brücken im Mühltal.
Nun ist Friedel von uns gegangen. Er fehlt uns – sehr!

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Neuer Steintisch in der Rheinallee Boppard

Steintisch in der RheinanlageÜber 1000€ hatte der Ortsbeirat auf Antrag des Verkehrs- und Verschönerungsvereins Boppard zur Errichtung eines neuen Steintisches in den Rheinanlagen zur Verfügung gestellt.
Auf Anregung der 2.Vorsitzenden des VVV Boppard, Ursula Bach gab es anschließend einen Kontakt zu Steinmetz Brahms GmbH in Oberwesel, die kostenlos eine rd. 120kg schwere Granitplatte bereitstellten. Fachmännisch aufgebaut und montiert von Christian Rätz und Walter Saathof, Mitarbeiter bei der Stadt Boppard, ziert der neue Steintisch nun wieder die Rheinanlage und lädt unmittelbar am Rheinufer und mit Blick auf die Rheinhänge zum Verweilen ein.
Auch die Sitzgruppe wird noch erneuert.

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Neue Fenster-Impression für die Karmeliterkirche

Fenster Karmeliterkirche

Als 1444 das Seitenschiff der Karmeliterkirche fertiggestellt war, schützen fünf herrliche Glasfenster den Kirchengast vor Wind und Wetter. Diese Glasfenster waren Meisterwerke mittelalterlicher Glaskunst. Leider wurden diese farbintensiven, wertvollen Fenster 1818 ausgebaut und an Fürst Pückler-Muskau verkauft. Der Verkauf diente zur teilweisen Entschuldung der Stadt, denn zu diesem Zeitpunkt war das Gebäude der Kirche in der Obhut der Stadt Boppard. Nach dem Tod von Fürst Pückler wurden die Glasfenster der Stadt Boppard zum Rückkauf angeboten. Leider fanden damals die Fenster nicht zurück an ihren ursprünglichen Platz an der Nordwand der Karmeliterkirche. Sie hatten in den folgenden Jahrzehnten mehrere Besitzer und befinden sich heute in renommierten Museen auf der ganzen Welt, z. B. in New York, Detroit, Köln, Darmstadt, Glasgow, San Franzisco, Newport (USA). 2012 hat der VVV-Boppard ein Büchlein herausgegeben mit dem Titel: Der Karmel zu Boppard – Die Glasmalereien der Karmeliterkirche (Autor: Achim Machwirth). Hier werden die zu diesem Zeitpunkt bekannten Fenster bildlich versammelt und beschrieben.
Nun, 10 Jahre später, ist die Idee gereift, einmal exemplarisch ein Unterfenster auf transparenten Stoff aufzudrucken und diese Stoffbahn innen vor einem der Nordfenster aufzuhängen. Initiator des Projekts war Heinz Kähne vom VVV-Boppard. Rasch konnte er alle Beteiligten (u.a. Dechant Ludwig, Pfarrverwaltungsrat) von seiner Idee begeistern. Eine Anfrage von Dechant Ludwig an das Schnütgen-Museum in Köln hinsichtlich rechtlicher Aspekte wurde positiv beantwortet. Nun stand der Realisierung des Projekts nichts mehr im Wege. Genaues Maßnehmen war erforderlich, denn die Kopie muss schließlich exakt vor die vorhandenen Scheiben passen. Für die drucktechnische Umsetzung konnte Alfred Strödicke gewonnen werden. Mittlerweile ist der Druck auf schwer entflammbarem Stoff erfolgt.
Beim traditionellen Helferfest der Aktiven im VVV am 28. September war es soweit. Alfred Strödicke hatte die bedruckte Stoffbahn mitgebracht und viele Hände reckten sich, damit man das „neue Fenster“ in Augenschein nehmen konnte. Bei dem Fenster-Motiv handelt es sich um den Unterteil des sogenannten „Zehn-Gebote-Fensters“ (Original im Schnütgen-Museum Köln). Alle Anwesenden waren begeistert von der Farbenpracht und Leuchtkraft des Banners – und Alle sind gespannt, wie es aussehen wird, wenn es demnächst in der Kirche angebracht ist.

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Willkommen zur Zeitreise: 600 Jahre Orgelbornskirmes (1420 – 2020)

600 Jahre OrgelbornskirmesBoppard. Nachdem die heimatkundliche Präsentation sowohl im Jubiläumsjahr 2020 wie auch im Folgejahr coronabedingt leider nicht stattfinden konnte, freuen sich Boppards Heimatfreunde, dass nun ein „neuer erfolgsversprechender Anlauf“ gestartet wird.

Die Zeitreise „600 Jahre Orgelbornskirmes“ startet am Donnerstag, 13. Oktober, 19 Uhr (Einlass: 18.00 Uhr), im großen Saal der Stadthalle Boppard, Eintritt 5,- Euro. Bereits im Jahre 2020 erworbene Eintrittskarten behalten ihre Gültigkeit. Aus organisatorischen Gründen sind diese jedoch zwingend vorab bei einer der Vorverkaufsstellen umzutauschen!

Mit der zwischenzeitlich sechsten heimatkundlichen Zeitreise in Boppards Vergangenheit lädt Stadthistoriker Jürgen Johann ein weiteres Mal unter Federführung des örtlichen Verkehrs- und Verschönerungsvereins (VVV) und den Partnern Rhein-Hunsrück-Anzeiger sowie der Stadthalle Boppard zum erinnerungsträchtigen Betrachten einer umfangreichen Ansammlung längst als nostalgisch zu bezeichnender Schmalfilme und historischer Fotoaufnahmen, ergänzt mit zum Schmunzeln anregenden Kommentierungen, in die Stadthalle ein.

Dank tatkräftiger Unterstützung der jahrhundertealten Märkter Nachbarschaft, die ihre historischen Chroniken ebenso wie eine stolze Reihe örtlicher Heimatfreunde ihre Foto- und Filmschätze gerne zur Verfügung stellten, ist es Jürgen Johann einmal mehr gelungen, mit unterhaltsamen bewegenden Fotos und Filmpassagen die Besonderheiten der traditionellen „Orgelbornskirmes“ als eines der ältesten Feste unserer mittelrheinischen Heimat und somit ein ganz besonderes Stückchen Stadtgeschichte umfassend zu beleuchten.

Bekanntermaßen heißt es in der seit Jahrhunderten überlieferten Tradition des im Volksmund liebevoll aufgrund unterschiedlichster Wetterkapriolen auch „Schirmchenskirmes“ genannten Volksfestes: „Kein Wetter und keiner Zeiten Ungunst ist und war je imstande, die Märkter von ihrer jährlichen Lustbarkeit fernzuhalten!“

In der Tat haben es bis auf den heutigen Tag rührige Märkter Nachbarn seit nunmehr kaum vorstellbaren 600 Jahren geschafft, selbst in schweren kriegerischen Zeiten Jahr für Jahr die Tradition der Kirmesausrichtung zu wahren, denn bekanntermaßen wäre bei nur einem einmaligen Verzicht – aus welchen Gründen auch immer – das manifestierte Recht der Kirmesausrichtung im Marienberger Park auf der dortigen Orgelbornswiese ein für alle Mal erloschen…

Gerade in den Fotos und Schmalfilmausschnitten der Nachkriegsjahre bis zum auslaufenden Jahrtausend dürften einmal mehr bei vielen Heimatfreunden manche Erinnerungen an stadtbekannte „Bopparder Urgesteine“ und vielem Mehr geweckt werden, egal ob beim morgendlichen Umkreisen der Marktlinde, beim gemeinsamen Auszug hinauf in den Park, beim feuchtfröhlichen Festgeschehen, beim Erstürmen der Feste Eisenstein, bei den Kinderbelustigungen oder, oder, oder …

Tauchen Sie für gut 90 Minuten ab in vergangene Zeiten und lassen einfach einmal Ihre erinnerungsträchtige Seele baumeln! Ganz sicher entdecken sich auch diesmal wieder viele Filmbesucher urplötzlich als „Hauptdarsteller auf der Leinwand“.

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Neue Info-Tafel am Jüdischen Friedhof

Schild Judenfriedhof BoppardIm Jahr 2021 begingen die jüdischen Gemeinden in Deutschland das Jubiläum „1700
Jahre Juden in Deutschland“. Anlässlich dieses Jubiläums erlangte auch der nahezu
vergessene jüdische Friedhof in Boppard-Buchenau wieder öffentliche Aufmerksamkeit.
Der Friedhof wurde durch Ehrenamtliche des VVV-Boppard aufgeräumt, Baumrückschnitte wurden
veranlasst und das marode doppelflügelige Eingangstor samt der seitlich
begrenzenden Steinsäulen wurde 2021/22 komplett saniert. Nun wurde außerhalb des Friedhofs eine Informationstafel aufgestellt. Die Kosten für Tafel und Ständerwerk übernimmt auf Antrag der Buchenauer Nachbarschaft die „LAG (Lokale Aktiongruppe) Welterbe Oberes Mittelrheintal“ (LEADER). Der von Jürgen Johann erstellte Text gibt Auskunft über die Historie (er entstammt dem frühen 17. Jahrhundert) und informiert über Besonderheiten des Bopparder Judenfriedhofs. VVV-Geschäftsführer Berthold Neubauer hat das lay-out der Tafel erstellt. Nun wurde von den Aktiven des VVV-Boppard die Informationstafel, die in der Schilder-Werkstatt von Frank Hommer realisiert worden ist, beim Eingangsbereich des Friedhofs aufgestellt.

neues Schild am Judenfriedhof

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